Referat Siedlungsentwicklung und Mobilität

Auf Einladung der UGS und GRÜNEN Linth präsentierte der bekannte Verkehrsplaner Prof. Klaus Zweibrücken in Uznach aktuelle Untersuchungen und Fakten zum Thema „Siedlungsentwicklung und Mobilität – Auswege aus dem Dilemma.“ Im Hinblick auf die laufende Planung der Gasterstrasse ist es der UGS Linth wichtig, alternative Lösungsansätze zu präsentieren. Als Ausgangspunkt seines stündigen Referats zeigte HSR-Professor Zweibrücken anhand einiger sehr eindrücklichen Folien auf, dass der motorisierte Verkehr neben seinem viel zitierten „wirtschaftlichen Nutzen“ enorme Nachteile mit sich bringt. So beansprucht ein Auto mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 50 Km/h drei Mal mehr Fläche als das der durchschnittlich Schweizer Wohnfläche verbraucht. Auch sind die Investitionen in die ganze Mobilität in der Schweiz riesig. Jährlich fliessen 5 Milliarden Franken in neue Strassen und 4 Milliarden in den ÖV. Aufhorchen liess die Zahl von bereits schon jährlichen 3 Milliarden nur schon für den Unterhalt der Strassen, Tunnels und Brücken für den motorisierten Verkehr.
 
Einen Grossteil der Folgekosten des Verkehrs müssen die Steuerzahler berappen. So werden die Umfallkosten und die vielen nötigen Fassaden- Renovationen von der Allgemeinheit oder von den privaten Hausbesitzern bezahlt. Während die Industrie und die Heizungen ihren Energiebedarf in den letzten Jahren senken konnten, steigert sich jener des motorisierten Verkehrs weiter. Bereits 40% der verbrauchten Energie in der Schweiz geht zu Lasten des Verkehrs. Verbrennungsmotoren haben einen Wirkungsgrad von ca. 25% und sind darum richtiggehende Energie- und Ressourcenkiller. Auch zum Klimawandel ist der Beitrag des motorisierten Verkehrs verheerend: 35% aller CO2-Emissionen stammen aus dem Strassenverkehr.  
 
Ja, es gibt Alternativen!
Viele der Zuhörenden hätten vom Verkehrsplaner gerne eine ganze Konkrete Variante zur den vom Gemeinderat Uznach ins Auge gefasste Umfahrung Gasterstrasse 19 SR gehört. Doch zu einer konkreten Gegenvariante wollte sich Zweibrücken nicht äussern. Aber er lieferte zu Hauf Denkanstösse wie es auch möglich wäre. So zeigte er auf, wie vergleichbare Gemeinden das Verkehrsproblem viel einfacher und günstiger in Griff bekommen haben. Konventionelle Lösungsansätze wollen einfach weitere Strassen bauen, wo es viel Verkehr hat. Immer mehr werden diese aber durch das Volk verworfen. So 2015 mit 63% Neinstimmen in Zug und 2011 mit 54% Neinstimmen in Rapperswil-Jona. Unter dem Titel „Nachhaltige Lösungsansätze“ präsentierte Zweibrücken u.a. dichte Siedlungsstrukturen, Mischnutzung der Fläche mit Dienstleitungseinrichtungen, dichte Wegnetze für Fuss- und Veloverkehr, Dosierung der Verkehrsmenge (Berner Modell), Niedrigere Geschwindigkeit, Mobilitätsmanagement in Betrieben, Strassenumbau statt Umfahrungen.
 
Zu grosser Verlust an Kulturland
Für die viele der Anwesenden ist die Gasterstrasse nur eine kurz dauernde Symptombekämpfung und keine wirkliche Lösung. Zu viel Kulturland wird für viel zu wenig Nutzen verbetoniert. Neuer Verkehr wird angezogen und erzeugt (Umweg-Verkehr). Verkehrszählungen in Uznach haben gezeigt, dass über 70% des Verkehrs in Uznach hausgemacht ist. Dies weil Uznach ein regionales Zentrum ist mit Spital, Einkaufszentrum, regionale Beratungsstellen und überdurchschnittlich vielen Arbeitsplätzen ist. Deshalb gibt es einen grossen Anteil des Ziel-, Quell- und Binnenverkehrs. Und darum ist es auch klar, dass die Verkehrsprobleme von Uznach nicht mit einer Grossumfahrung, wie es die Gasterstrasse 19SR darstellt, behoben werden kann.  

Weitere Auskünfte
Cornelia Meier-Hafner Tel: 079 422 14 65

Bundeshausfraktion der GRÜNEN Schweiz zu Besuch in Rapperswil-Jona

Am Mittwoch 7. Juni war die Bundhausfraktion der Grünen Schweiz zu Besuch. Begleitet durch die UGS/GRÜNE Rapperswil-Jona wurde das Baummuseum-Enea im Buech, sowie das Institut für Solartechnik an der Hochschule für Technik in Rapperswil-Jona besichtigt.

Es war ein spannender Austausch mit den Mitgliedern des National- und Ständerats der Grünen Partei.


Die Hälfte der Teilnehmenden genoss das Enea-Baummuseum