06.03.2016
Froschkönig sucht Wohnraum

Im Gegensatz zum menschlichen Wohnbedarf, haben die Lebensräume der Amphibien in den letzten 150 Jahren um 190'000 Hektaren (3 1/2 x der Bodensee) abgenommen. Amphibien sind heute die am meisten gefährdete Tiergruppe in der Schweiz (Pro Natura Schweiz, 2013).
 
Bei uns in Rapperswil-Jona dümpelt das Paradiesbächli. Im Gegensatz zum Paradiesweg, eine der besten Wohngegenden im Kanton St. Gallen, eine unwirtliche Wohngegend für den Frosch: Das Wasser fliesst in einer Dole, es gibt keinen Ort zum Laichen, keine frische Luft, keine Sonne und keine Mücken zum Fressen.
 
Der ETH-Hydrologe Urs Steinegger, der seit Geburt im Lenggis wohnt, führte zusammen mit Kantonsrätin Silvia Kündig-Schlumpf und Bauchef Thomas Furrer eine Gruppe von interessierten Bürgerinnen und Bürgern am 12. Februar 2016 dem Paradiesbächli entlang bis zur Mündung am Seegubel. Die Teilnehmenden werden auf die Chance des geplanten Seezugangs Gubel hingewiesen: Sie bietet die Möglichkeit, den Bach zu revitalisieren, Erholungsraum für Mensch und Frosch zu gewährleisten und vielen Blumen und Kräutern einen zusätzlichen Lebensraum zu schaffen. Es besteht die Möglichkeit, ein kleines, aber heute sehr seltenes Biotop zu schaffen, das allen Nutzern Lebensqualität bringt.
 
Urs Steinegger schildert bei der Besichtigung nüchtern: „Jeder Tropfen Wasser bedeutet Leben. Menschen, Tieren und Pflanzen nützt’s!“ Silvia Kündig-Schlumpf ergänzt: Vielleicht sehen wir hier bald wieder eine Wasseramsel!“
 
Es wird Zeit, dass auch der Kanton St. Gallen die Bundesgesetzgebung zum Gewässerschutz vom 2011  umsetzt. Rapperswil-Jona könnte hier mit dem Seezugang Gubel einen kleinen, aber wertvollen Beitrag für Mensch und Natur leisten.